Direkte Rede in Romanen – so verwendest du sie richtig

Die Silhouette von zwei Menschen, die sich miteinander unterhalten. Im Hintergrund sieht man das Meer auf einer Leinwand.

Dialoge sind in Romanen das Salz in der Suppe: Sie charakterisieren die Figuren, bringen die Handlung voran und geben deinem Roman etwas Lebendiges. So weit, so gut. Aber wie benutzt du die direkte Rede orthografisch korrekt und was sind eigentlich diese Inquit-Formeln?
Dieser Blogbeitrag schafft Abhilfe und führt dich durch den Fragendschungel zu direkter Rede und ihrer richtigen Verwendung. (Wie man gute Dialoge schreibt, ist ein Thema für sich und mindestens einen eigenen Blogbeitrag wert.)

  1. Direkte Rede – was ist das eigentlich?
  2. Inquit-Formeln und Verben, die keine Redebegleitung sind
  3. Wie verwendet man direkte Rede und Inquit richtig?
  4. Direkte Rede orthografisch richtig schreiben
  5. Tipps zur Verwendung von Inquit-Formeln
  6. Zusammenfassung

Direkte Rede – was ist das eigentlich?

Einfach gesagt: Die direkte Rede gibt das wieder, was ein Charakter sagt. Das kann in einem Dialog passieren, aber auch als einfacher Ausruf. Die direkte Rede wird üblicherweise durch Anführungszeichen gekennzeichnet und kann von einer Inquit-Formel begleitet werden. Sie unterscheidet sich zur indirekten Rede, die oft im Konjunktiv steht und somit mehr Distanz zu den Lesenden aufbaut.

Direkte Rede: „Ich gehe“, sagte sie.
Indirekte Rede: Sie sagte, dass sie gehe.

Inquit-Formeln und Verben, die keine Redebegleitung sind

In Texten begegnen mir immer wieder zwei Arten von Inquit-Formeln – solche, die richtig verwendet werden, und solche, die falsch sind. Doch worauf musst du achten?

Was sind jetzt eigentlich diese Inquit-Formeln?

Das Wort Inquit stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „er sagt“ bzw. „er sagte“. Ist von einer Inquit-Formel die Rede, ist der sogenannte Redebegleitsatz gemeint. Dieser begleitet wortwörtlich die Rede, also das, was deine Charaktere sagen.
Bestandteile eines Redebegleitsatzes sind üblicherweise ein Nomen oder Pronomen und ein Verb des Sagens. Das könnte so aussehen:

„Heute ist es kalt“, sagte sie. (Verb des Sagens: sagte; Pronomen: sie)

Welche Verben sind keine Inquit-Verben?

Für eine korrekte Inquit-Formel benutzt du ein Verb des Sagens, so zum Beispiel: sagen, rufen, schreien, flüstern.

Keine Inquit-Verben sind dagegen solche wie: weinen, lachen, freuen, grinsen etc.
Falsch ist also: „Heute ist es kalt“, lachte sie.
Stell dir immer die Frage, wie man einen ganzen Satz weinen, lachen oder grinsen soll. Solche Sätze lese ich immer wieder – solltest du so etwas in deinem Manuskript finden, bist du nicht allein.

Stattdessen gibt es viele Möglichkeiten, einen „gelachten“ Satz zu umschreiben, zum Beispiel:

„Heute ist es kalt.“ Sie lachte.
„Heute ist es kalt“, sagte sie und lachte.

Wie verwendet man direkte Rede und Inquit richtig?

Jetzt weißt du, was die Inquit-Formel ist und welche Verben du nutzen kannst. Diese Hürde ist gemeistert, aber wie benutzt du die Redebegleitung orthographisch richtig?

Direkte Rede orthografisch richtig schreiben

Anführungszeichen

Viele neigen beim Schreiben dazu, die Anführungszeichen nicht konsequent und auch nicht richtig zu benutzen. Unsere Augen sind das aus dem Internet leider gewohnt, denn sobald man im Browser schreibt, werden nur die englischen Anführungszeichen ausgespuckt, also: „“. Die sind im Deutschen jedoch falsch.

Die bei uns so liebevoll betitelten Gänsefüßchen werden öffnend unten gesetzt, schließend oben:

„Im Winter trinke ich viel Tee.“

Mit der Regel 99–66 kannst du dir außerdem merken, in welche Richtung die Anführungszeichen gebogen werden.

Insbesondere in Romanen findet sich auch noch die französische Variante der Anführungszeichen, die sogenannten Guillemets. Diese verwendet man in Deutschland so, dass die Spitzen nach innen auf die wörtliche Rede zeigen (in der Schweiz allerdings genau andersherum). Das sieht dann so aus:

»Ich lese sehr gern.«

Nachgestellter Redebegleitsatz

Es gibt Redebegleitsätze in drei Varianten: nachgestellt, vorangestellt, eingeschoben. Am häufigsten begegnet dir die nachgestellte Variante.

„Morgen gehe ich ins Kino“, sagte sie.

Folgendes gilt, wenn der Redebegleitsatz nachgestellt wird:

  • Nach dem schließenden Anführungszeichen folgte ein Komma, danach folgt der Redebegleitsatz.
  • Endet der gesprochene Satz (Morgen gehe ich ins Kino.) mit einem Punkt, entfällt dieser. Ausrufe- und Fragezeichen werden jedoch mitgeschrieben, das Komma bleibt:

„Morgen gehe ich ins Kino!“, rief sie.
„Gehst du morgen ins Kino?“, fragte sie ihren Bruder.

Vorangestellter Redebegleitsatz

Der Redebegleitsatz kann auch vorangestellt werden. Das heißt, er steht zuerst, gefolgt von einem Doppelpunkt. Dann folgt die wörtliche Rede. Hier bleibt der Punkt in der wörtlichen Rede stehen.

Sie sagte: „Mein Hund muss vor die Tür.“

Eingeschobener Redebegleitsatz

Der eingeschobene Redebegleitsatz wird mitten in die wörtliche Rede geschoben und durch Kommas abgetrennt. Im zweiten Teil der wörtlichen Rede geht es kleingeschrieben weiter:

„Der Geruch von Kuchen“, sagte sie, „macht mich immer hungrig.“

Tipps zur Verwendung von Inquit-Formeln

  • Inquit-Formeln müssen nicht immer ausgefallen sein.
    Ein Rufen, Schreien oder Antworten kann die Lesenden aus dem Text herausreißen, während ein Sagen fast schon unbemerkt bleibt und den Fokus nicht vom Dialog weglenkt.
  • Weniger ist mehr.
    Nicht immer muss man überhaupt Inquits benutzen. Wenn klar ist, wer spricht, können sie auch weggelassen werden. Zum Beispiel:

Lisa kam in die Küche. Sie sagte: „Guten Morgen, Opa.“
„Guten Morgen, Lisa. Bist du heute gar nicht in der Schule?“, fragte Lisas Opa.
„Nein, wir haben heute Hitzefrei“, sagte Lisa.

Behäbig, oder? Da nur zwei Personen miteinander sprechen, musst du nicht für jeden Satz der wörtlichen Rede eine Inquit-Formel ergänzen. Wie wäre es hiermit:

Lisa kam in die Küche. „Guten Morgen, Opa.“
„Guten Morgen, Lisa. Bist du heute gar nicht in der Schule?“
„Nein, wir haben heute Hitzefrei.“

Zusammenfassung

Wörtliche Rede und Inquit-Formeln richtig zu benutzen, ist gar nicht so schwer. Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, an welchen Stellen Fehler lauern. Achte darauf, nur Verben als Redebegleitung zu nutzen, die auch wirklich Verben des Sagens sind. Das ist schon die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die Zeichensetzung. Wenn sie dir schwerfällt, kannst du diesen Beitrag einfach abspeichern und nachschauen, wie es richtig geht. ☺️

Titelbild: Etienne Boulanger auf Unsplash


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