Der heutige Beitrag ist ganz dem Thema Magie in deinem Weltenbau gewidmet. Nachdem wir uns in den vergangenen Beiträgen bereits über Geografie, Natur und Kulturen Gedanken gemacht haben, betrachten wir heute einige Möglichkeiten, wie du Magie in dein World Building einfließen lassen kannst.
Wie also gelingt eine gute Integration von Magie in den Weltenbau und was gibt es dabei für Möglichkeiten?
- Magie – was ist das eigentlich?
- Harte vs. weiche Magie
- Quellen
- Grenzen
- Magie und ihre Rolle in der Gesellschaft
- Zusammenfassung
Magie – was ist das eigentlich?
In vielen Fantasyromanen ist Magie ein zentrales und nicht wegzudenkendes Element. Egal ob Zauberschule, da steckt der Name schon drin, oder High-Fantasy-Saga: Mächtige Hexen und Zauberer haben häufig die Geschicke der Welt in der Hand oder tragen wesentlich zum Erfolg der Protagonist*innen bei.
Magie kann auf verschiedene Arten in die Welt kommen. Sie kann eine (über)natürliche Kraft sein, eine Gabe oder etwas, was durch ein intensives Studium erlernt werden kann. Auch können ihre Funktionen in der Welt unterschiedlich sein. Vielleicht ist sie allgegenwertig. Oder wird sie sogar verehrt? Möglicherweise wird sie jedoch gefürchtet, abgelehnt oder durch Gesetze reguliert. Je nachdem, was du dir für deine Welt und deinen Plot vorstellest, solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Magie es dort gibt und wie sie das Leben beeinflusst.
Harte vs. weiche Magie
Betrachten wir zunächst die Magiesysteme. Hierbei wird üblicherweise zwischen harter und weicher Magie unterschieden. Doch was heißt das genau?
In harten Magiesystemen gibt es klar abgesteckte Grenzen und Regeln, was die Magie kann und was nicht. Wann sie gewirkt werden kann, hängt von Bedingungen ab. Nur wenn diese erfüllt sind, kann sie zum Einsatz kommen. Solche Systeme können sehr komplex werden, bieten aber immer eine Struktur und Verlässlichkeit. Sie bergen aber auch die Gefahr, zu komplex zu werden, sodass du immer abwägen solltest, ob deine Leser*innen dir folgen können, wenn du dein System austüftelst.
Weiche Magiesysteme dagegen sind flexibler und nicht immer ganz klar definiert. Oft gibt es keine festen Regeln, wann und wie die Magie funktioniert. Es bleibt also mehr Spielraum für Interpretationen und dafür, ihre Art und Weise auszulegen. Wenn du der Magie deiner Welt also etwas Geheimnisvolles mitgeben möchtest, ist ein weiches System womöglich das richtige für dich.
Natürlich gibt es auch Magiesysteme, die sich irgendwo dazwischen befinden oder Teile beider Definitionen nutzen. Hier ist eine genaue Planung im Vorfeld jedoch unerlässlich.
Wenn du dir überlegst, wie dein Magiesystem aussehen soll, sind folgende Fragen hilfreich:
- Welche Funktion hat die Magie in deiner Welt?
- Welche Rolle spielt sie in deinem Plot?
- Wer wirkt sie und in welchen Kontexten passiert das?
Quellen
Du solltest dir auch Gedanken darüber machen, aus welcher Quelle die Magie deiner Welt stammt, denn diese kann entscheidend dafür sein, wer sie überhaupt wirken kann und mit welcher Kraft. Die nachfolgenden Fragen helfen dir, deine Gedanken zu Magiequellen zu strukturieren:
- Ist die Magie deiner Welt angeboren?
- Gibt es Gegenstände oder Artefakte, die dafür sorgen, dass jemand zaubern kann?
- Ist sie an bestimmte Gegebenheiten geknüpft, zum Beispiel an die Elemente?
- Wer hat Zugang zur Quelle?
Grenzen
Wenn du dir Gedanken darüber gemacht hast, welche Quelle deine Magie hat und wie die Verwendung in deiner Welt grundsätzlich aussehen soll, solltest du auch ihre Grenzen hinterfragen.
Magie sollte niemals nur selbstverständlich sein. Wenn du sie realistisch in deine Romanwelt einbauen möchtest, sollte sie immer einen Preis haben.
Auch ist wichtig zu überlegen, welche Grenzen sie hat und welche Dinge mit ihrer Hilfe möglich sind. Je komplexer oder schwieriger die jeweiligen Zauber erscheinen, desto wichtiger ist es, klare Grenzen zu ziehen, um keine unrealistischen Fähigkeiten zu generieren.
Stelle dir die folgenden Fragen:
- Was zahlt ein*e Magier*in für die Magie, z. B. Lebensenergie oder Blut?
- Gibt es lange Regenerationsphasen nach ihrem Wirken?
- Was kann sie und was kann sie nicht? (z. B. Heilung vs. das Zurückbringen von Toten)
- Wie äußern sich die magischen Grenzen?
Magie und ihre Rolle in der Gesellschaft
Bestimmt hast du durch die vorausgegangenen Überlegungen bereits ein Bild davon, welche Rolle die Magie in der Gesellschaft deines Romans spielen soll. Kann jede Person sie nutzen oder ist sie bestimmten gesellschaftlichen Schichten vorbehalten? Hier kannst du beispielsweise zeigen, welche Hierarchien es in deiner Welt gibt und ob diese aufgebrochen werden können.
Auch können sich unterschiedliche Arten von Magie etablieren. Dazu gehören vielleicht Heilkünste, dunkle Magie, Illusionszauber oder Runen. Hast du dir ein Bild darüber gemacht, kannst du ferner überlegen, ob es außerdem Berufe gibt, die damit arbeiten. Alchemisten oder Heilkundige sind dabei ein bekanntes Beispiel und auch hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Diese Fragen dienen dir als Hilfestellung:
- Welchen Stellenwert hat Magie in deiner Welt?
- Wer darf sie nutzen? Gibt es Hierarchien/soziale Strukturen, die sich anhand von Magie zeigen?
- Gibt es magische Disziplinen? Was macht diese aus und an welche Bedingungen sind sie geknüpft?
- Können sich Magier*innen auf eine Disziplin spezialisieren?
- Gibt es magische Berufe? Wenn ja, welche? Welchen Stellenwert haben sie?
Zusammenfassung
Du hast nun einen ersten Überblick darüber gewonnen, welche Möglichkeiten Magie für deinen Weltenbau mit sich bringt. Sie kann eine große Bereicherung, gleichzeitig aber auch eine Herausforderung sein. Mit klaren Regeln und Vorstellungen bist du nun jedoch gerüstet, sie in deine Romanwelt zu integrieren.
Natürlich bietet dieses Thema noch viel mehr, allerdings würden Aspekte wie magische Gegenstände oder die Frage nach Konflikten, die durch Magie verursacht werden, den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Du hast noch mehr Ideen, wie du deinen Weltenbau mit Magie bereichern kannst? Ein Profi darf dich dabei unterstützen? Oder hakt der Weltenbau noch?
Ganz gleich, womit ich dich unterstützen kann: Ich freue mich schon auf deine Nachricht!
Schreib mir einfach eine E-Mail an info@katjamattsson.de und erzähle mir von deinem Projekt.
Informationen zu meinem Angebot findest du auf der Seite zum Lektorat und bei weiteren Leistungen.
Foto von Anton Darius auf Unsplash

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