Eigentlich bin ich kein Hauptstadt-Mensch. Zu groß, zu laut, zu voll. Helsinki hat mich jedoch vom Gegenteil überzeugt. Den vergangenen August durfte ich in der finnischen Hauptstadt verbringen und ich habe die vier Wochen sehr genossen.
Im heutigen Beitrag möchte ich die erste Hälfte des Monats dort Revue passieren lassen und dir zeigen, was ich alles erlebt habe. Im zweiten Beitrag wird sich alles um den Kurs drehen.

Warum eigentlich Helsinki?
Dass ich Finnland mag, lässt mein Nordeuropa-Schwerpunkt unschwer erkennen. Aber was hat mich einen ganzen Monat lang ausgerechnet nach Helsinki geführt? Die Antwort ist einfach: das Übersetzen.
Im vergangenen Winter habe ich mich auf einen Platz im Übersetzungsseminar für Einsteiger*innen (Aloittelevien kääntäjien kurssi) beworben und ihn schließlich bekommen. Organisiert wurde alles von FILI – Finnish Literature in Exchange und Opetushallitus (OPH; Nationale Bildungsagentur). Alle Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ein Wohnheimszimmer für den gesamten August in Anspruch zu nehmen und für den Kurs entstanden keine weiteren Gebühren.
Aber zurück zum Anfang!
Helsinki im August: Irgendwo zwischen Kultur und Natur
Natürlich habe ich die Möglichkeit genutzt, direkt Anfang August nach Helsinki zu reisen, einige Kursteilnehmer*innen kennenzulernen und die Zeit in der Stadt zu verbringen. Bis zum Beginn des Kurses hatte ich zwei volle Wochen zur freien Verfügung. Diese Zeit habe ich mit einem üppigen Kulturprogramm gefüllt und mir so viele Museen angesehen, wie schon lange nicht mehr.

Gemeinsam mit einer guten finnischen Freundin war ich in der Nationalgalerie und im Naturkundemuseum. Letzteres stand ganz weit oben auf meiner Liste, weil es dort das Skelett der leider bereits ausgestorbenen Stellerschen Seekuh gab, über die Iida Turpeinen in ihrem Roman „Das Wesen des Lebens“ (2024, S. Fischer, Übersetzung: Maximilian Murmann; Original: Elolliset, 2023,; S&S) schreibt.

Auch weitere Museen habe ich mir angesehen. Im Stadtmuseum ging es um die Geschichte Helsinkis, im Kiasma, HAM und Amos Rex gab es moderne Kunst. Ich war im Straßenbahnmuseum, im Zeitungsmuseum und Architektur- und Designmuseum. Das Sportmuseum habe ich mir angesehen, das Technikmuseum und die Kunsthalle. Etwas außerhalb habe ich dann noch das Atelier des für die finnische Kunst und Kultur bedeutenden Malers Akseli Gallen-Kallela besucht. Die Liste könnte ich noch eine Weile fortführen, aber die Beispiele zeigen vermutlich schon, wie vielseitig die Museenlandschaft in der Hauptstadt ist.

Das große Kontrastprogramm dazu ist die Natur. Helsinki ist unfassbar grün. Es gibt in der gesamten Stadt viele Parks und Grünflächen, die zu Pausen einladen. Kommt man etwas aus dem Zentrum heraus, vermischen sich Natur und Stadt nach und nach immer mehr und nicht zuletzt das Meer trägt dazu bei, dass Helsinki seinen ganz eigenen Charme hat.
Da wir in Koskela im Nordosten der Stadt untergebracht waren, war es bis nach Lammassaari nicht weit und ich habe mir auch nicht nehmen lassen, wenigstens einmal um die kleine Bucht herumzuspazieren. Trotz Nähe zur Stadt und Wohngebieten war es dort sehr ruhig und mir sind nur wenige Menschen begegnet.


Im nächsten Beitrag berichte ich vom Übersetzungskurs, für den ich nach Finnland gereist bin. Du bekommst Einblicke in das Programm und natürlich habe ich auch wieder Bilder dabei. Ich freue mich, wenn du vorbeischaust!
PS: Die Fotos habe ich im Laufe des Aufenthaltes gemacht. Alle genannten Bücher und Orte sind persönliche Empfehlungen meinerseits (unbezahlte Werbung).

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