Horror ist nicht gleich Horror. Doch was macht dieses Genre eigentlich aus? Geister, Blut und Serienmörder? Oder gibt es noch mehr zu entdecken? Du bist sicherlich nicht überrascht, wenn ich dir sage: Ja! Deswegen möchte ich dir mit diesem Beitrag einen Überblick zur Orientierung geben, damit auch du siehst, wie vielfältig mein Lieblingsgenre ist.
- Woher kommt das Wort Horror?
- Horror, was ist das eigentlich?
- Die Anfänge des Genres
- Mehr als nur ein Genre
- Fazit
Woher kommt das Wort Horror?
Wo hat der Genrebegriff eigentlich seinen Ursprung?
Das Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS) schreibt, dass Horror lateinischen Ursprungs sei. Das Wort stamme von lat. horror ‘das Starren, Sichaufsträuben der Haare, Schauder, Grausen, Entsetzen’ und wurde in der medizinischen Terminologie des alten Roms für ‚Schüttelfrost‘ bewahrt.
Irgendwie passend, oder? Wer sich gruselt, wird manchmal innerlich durchgeschüttelt.
Horror, was ist das eigentlich?
Wie definiert sich dieses Genre? Ist es überhaupt möglich, deutliche Genregrenzen zu ziehen? In der Wissenschaft wird darüber diskutiert, wie das Genre definiert wird und was alles in diese Definition einfließen soll. Daher ist dieser Überblick auch nur eine Annäherung daran, was alles als Horror in der Literatur gelten kann (Horrorfilme wären einen eigenen Beitrag wert).
Horror soll erschrecken, verstören und gruseln. Er kann widersprüchlich sein und Gegensätze miteinander verbinden. Es gibt unterschiedliche Elemente, die Grauen und Grusel auslösen. Das können übernatürliche Phänomene sein, müssen es aber nicht. Horror spielt mit den Ängsten seiner Leser*innen, ganz gleich, ob es persönliche oder gesellschaftliche Ängste sind, denn auch im Alltag sind wir von Dingen, die uns das Fürchten lehren, umgeben.
Er kann auch Grenzen anderer Genres überschreiten. Ein Horrorroman, der im Mittelalter spielt, könnte auch der historischen Literatur zugeordnet werden, ein Horrorroman mit einer fiktiven Welt als Handlungsort weist manchmal Schnittmengen mit der Fantasy auf. Wie du siehst, sind die Übergänge mitunter fließend.
Die Anfänge des Genres
Das Horror-Genre ist vergleichsweise jung. Angenommen wird, dass es seine Anfänge im 18. Jahrhundert nimmt, in der Zeit, in der Gothic Novels und Schauerromane populär wurden. Als erster Titel des Genres wird immer wieder Horace Walpoles The Castle of Otranto aus dem Jahr 1765 genannt, wenngleich auch immer wieder die unheimlichen Aspekte in Dante Alighieris Göttlicher Komödie und Geoffrey Chaucers Canterbury Tales erwähnt werden (beide aus dem 14. Jahrhundert).
Weitere Namen, die das Genre recht früh maßgeblich geprägt haben, sind u. a. Mary Shelley und John Polidori, um nur einige zu nennen. Wenn du dich für Mary Shelley und ihren Roman Frankenstein interessierst, kann ich dir meinen Beitrag zum Frankenstein-Freitag empfehlen.
Mehr als nur ein Genre
Wie auch bei anderen Genres gibt es in der Horrorliteratur viel zu entdecken, denn sie umspannt ganz unterschiedliche Subgenres und Trends. Der nachfolgende Überblick hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bietet dir aber die Möglichkeit, dich an der Vielfalt der Horrorliteratur zu orientieren. Die Grenzen dieser Subgenres sind fließend, sodass sich ihre Elemente teilweise wiederholen.
Body Horror
Hier steht der menschliche Körper im Vordergrund. Es geht um Veränderung und Zerstörung, zumeist ungewollt. Die Darstellung kann drastisch sein, Tabus brechen, aber es gibt meist auch einen psychologischen Aspekt (z. B. die Angst vor dem Verlust der Kontrolle über den eigenen Körper) und ist damit von Gore oder Splatter abzugrenzen.
Dystopischer Horror
Dieses Subgenre wagt einen Blick in die Zukunft, die nicht besonders rosig aussieht. Es gibt meist realistische Bedrohungen und auch Gesellschaftskritik wird mithilfe dieses Genres geübt. So können Teile einer Geschichte ein Blick auf totalitäre Systeme sein oder auf den Kampf ums Überleben in einer dystopischen Welt.
Folk Horror
Der Name ist Programm: Folk Horror bedient sich folkloristischer Elemente, um das Grauen hervorzurufen. Es geht um Mythen, Bräuche und Rituale. Oftmals spielen auch Naturverbundenheit und die ländlichen Schauplätze des Romans eine wesentliche Rolle.
Gothic Horror
Das wohl bekannteste und älteste Horrorgenre. Meist geht es um übernatürliche Phänomene oder Begebenheiten und die Erzählungen setzen stark auf eine schaurige Atmosphäre.
Kosmischer Horror
Diese Form wird auch Lovecraftian Horror genannt, da H. P. Lovecraft sie maßgeblich geprägt hat. Das Subgenre vereint verschiedene Themen: Angst und Schrecken vor dem Unbekannten, Wahnsinn, Entfremdung und das, was man nicht erfassen kann.
Monster- oder Tierhorror
Hier geht es um nicht-menschliche Wesen: Vampire, Werwölfe, aggressive Tiere, Untote … Die Liste ist endlos. Im Fokus steht die Angst vor dem Fremden, Abnormen und vor dem Unberechenbaren.
Paranormaler Horror
Paranormaler Horror beschreibt übernatürliche Phänomene, die sich wissenschaftlich nicht erklären lassen. Hier steht die Angst durch das Unbekannte, Geister oder andere übernatürliche Wesen im Zentrum. Ein klassisches Setting ist dabei das verlassene Haus (oder auch andere Orte mit tragischer Vergangenheit).
Psychologischer Horror
Im psychologischen Horror geht es um das Innenleben einer Romanfigur und um ihre inneren Abgründe. Gefühle und Ängste werden erkundet und oft hat man es mit einer unzuverlässigen Erzählinstanz zu tun. Der Horror entsteht dabei nach und nach.
Slasher
Hier kommt der maskierte Serienmörder ins Spiel und damit Motive wie das Final Girl. Der Killer hat es meist auf eine Gruppe abgesehen, verfolgt und ermordet sie nach und nach.
Splatter
Bei Splatter und den angrenzenden Subgenres wie Hardcore steht die Gewaltdarstellung im Vordergrund. Sie kann sehr explizit und brutal sein, Blut wird in exzessiven Mengen vergossen und Tabu-Themen werden ohne Beschönigungen dargestellt. Diese Literatur soll meist schockieren und Grenzen überschreiten.
Fazit
Wie du siehst, ist Horror nicht einheitlich, sondern ein vielfältiges Genre mit einer Vielzahl an Lese- und Schreibmöglichkeiten. Die Grenzen zwischen den Subgenres, aber auch zu verwandten Genres wie Fantasy sind fließend, sorgen aber dafür, dass für alle Leser*innen das richtige Buch dabei ist.
Mein liebstes Subgenre ist übrigens der paranormale Horror. Am meisten mag ich Geschichten über Geister und Spukhäuser. Wenn du also einen Roman über das Geisterhaus im Wald (oder irgendein anderes Horror-Thema) schreibst, freue ich mich, wenn ich dich mit einem Lektorat unterstützen darf!
Was sind deine Lieblingsgenres im Horror?
Titelbild: silvana amicone auf Unsplash

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