Stell dir vor: Deine neue Romanidee taucht auf wie aus dem Nichts und du willst sofort loslegen. Aber wie machst du das eigentlich? Bist du ein Plotter oder ein Pantser – oder irgendwo dazwischen?
In diesem Blogbeitrag klären wir, was die Begriffe Plotter und Pantser bedeuten und welche Vor- und Nachteile beide Arbeitsweisen mit sich bringen. Vielleicht erkennst du dich in einer der beiden wieder oder nimmst ein paar Impulse mit, die andere Methode mal auszuprobieren.
Was ist ein Plotter?
Plotter leitet sich von Plot oder dem Plotting ab und meint genau das: eine Person, die plottet. Plotter sind Autor*innen, die vor Beginn des Schreibens ausführlich planen. Sie planen den Handlungsverlauf des Romans, entwickeln die Charaktere und die Welt, in der die Geschichte spielt. Gleich zu Schreibbeginn sind alle Details klar und der Weltenbau ist sehr weit fortgeschritten.
Vor- und Nachteile des Plottings
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Wenn du deine Geschichte schon im Vorfeld strukturierst und den Plot detailliert ausarbeitest, weißt du genau, wohin die Reise gehen soll. Mit einem guten Plan kommst du nicht so schnell an einen Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht und bist nicht so anfällig für Schreibblockaden. Auch eine Überarbeitung fällt dir womöglich leichter, weil du den Plot schon vor dem Schreiben festgelegt hast und er im Idealfall keine unerwartete Wendung genommen hat.
Allerdings ist das Plotten je nach Ausmaß auch zeitaufwändig, insbesondere dann, wenn du sehr detailliert in den Weltenbau und das Ausfeilen deiner Charaktere einsteigst. Es kann passieren, dass du nach dem Plotten an Schwung und Motivation für das Schreiben verlierst. Möglicherweise engst du dich auch ein wenig ein, wenn du dir keinerlei Abweichungen von deinem Plan erlaubst.
Plotting-Tipps
Tipps für das Entwickeln eines Plots gibt es viele, sodass ich dir hier nur ein paar nennen möchte.
Mach dir Gedanken darüber, wie du plotten möchtest. Ist die Drei-Akt-Struktur das Mittel deiner Wahl? Plottest du nach der Schneeflocken-Methode oder nach Save the cat? Probiere aus, was dir am besten liegt und für dich und deinen Plot funktioniert.
Auch Tools gibt es viele, die dir das Plotten erleichtern. Die bekannten Schreibprogramme für Autor*innen haben Optionen dafür integriert, aber auch analoge Notizbücher oder Tabellen helfen dir, Struktur in deine Welt und deinen Plot zu bekommen. Vielleicht ist auch eine Mindmap das Mittel deiner Wahl.
Besonders hilfreich ist es, zu jedem Plotpunkt ein paar wichtige Notizen aufzuschreiben: Was passiert? Welche Charaktere sind dabei? Wo findet die Szene statt?
Das hilft dir auch später, wenn du bei der Überarbeitung noch mal prüfen möchtest, ob du wirklich das geschrieben hast, was du schreiben wolltest.
Ein Pantser – was ist das?
Pantser sind das Gegenstück zu Plottern, denn sie entwickeln keine genaue Plotstruktur, sondern lassen sich vielmehr von der Geschichte leiten.
Der Begriff stammt von dem Ausdruck „by the seat of your pants“, also in etwa „aus dem Bauch heraus“, und beschreibt so bereits das, was es ist: ein intuitives Schreiben. Plot, Welt und Charaktere entstehen beim Schreiben und werden nicht im Vorfeld entwickelt.
Vor- und Nachteile des Pantsings
Ohne einen vorgegebenen Plot hast du alle Freiheiten, die du dir vorstellen kannst. Du bist nicht an das gebunden, was du dir ausgedacht hast, und hast die Möglichkeit, auch spontane Einfälle einzubauen oder dich von der Geschichte treiben zu lassen. Du bist also sehr flexibel und kannst deine Geschichte vielmehr erkunden.
Pantsern gelingt es oft auch schneller in den Schreibfluss zu kommen, da sie sich nicht von den festen Strukturen eines Plots eingeengt fühlen.
Doch auch hier gibt es einige Nachteile: Ohne den Plot vorher geplant zu haben, kann es schnell zu Inkonsistenzen und Logikbrüchen kommen. Diese werden erst in der Überarbeitung entdeckt und machen diese weit aufwändiger, weil du den ganzen Roman und seinen Plot mehrfach prüfen musst. Auch ist das Risiko für Schreibblockaden höher, weil vielleicht mal keine Idee auftaucht, wie es weitergehen soll. Es gibt keinen Plot, der etwas vorgibt oder eine Szene, zu der man springen kann, um wieder in den Schreibfluss zu kommen, sollte es in der aktuellen Szene mal haken.
Tipps für Pantser
Als Pantser hast du viele Möglichkeiten und Freiheiten, das macht es schön und gleichzeitig schwierig. Daher ist es wichtig, dass du dir alle Ideen, die dir unterwegs für später einfallen, notierst. So geht dir nichts verloren und du kannst später entscheiden, ob du die Ideen umsetzen möchtest.
Das Fehlen eines fertigen Plots führt dazu, dass du dich nicht daran entlanghangeln kannst. Daher musst du dich selbst motivieren, deine Geschichte voranzubringen. Vielleicht helfen dir feste Schreibsessions, in denen du dir zu einem selbst festgelegten Termin Zeit nimmst, dein Projekt voranzubringen. Vielen helfen auch Wortziele, die du zum Beispiel täglich oder wöchentlich setzen kannst, damit du am Ball bleibst.
Auch lohnt es sich, die wichtigen Plotpunkte, die du beim Schreiben entwickelst, dabei zu notieren und dir so eine Übersicht zu erstellen. Diese kann sich als nützlich erweisen, wenn es später an die Überarbeitung geht.
Plotter, Pantser oder doch Plantser?
Plotter und Pantser klingt sehr nach schwarz und weiß? Ist es auch. Nur wenige Autor*innen ordnen sich klar dem einen oder anderen Lager zu. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Wenn du Plotting und Pantsing miteinander kombinierst, kannst du sowohl die Vorteile einer Planung nutzen, bist aber dennoch spontan und flexibel.
Du kannst dir beispielsweise den Plot vorab strukturieren, lässt dann aber die detaillierte Szenenplanung aus und schaust, wie du während des Schreibens ans Ziel kommst. Oder aber, du entwickelst deine Romanwelt erst während des Schreibens, hast aber schon den Plot aufgearbeitet. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die beiden Schreibtypen miteinander zu kombinieren. Wichtig ist dabei immer, dass du für dich entscheidest, welches Vorgehen dir und deinem Schreibprojekt hilft. Wenn du unbedingt ein fertiges Plotgerüst brauchst, solltest du dir eins bauen. Wenn du sagst, dass mit dem richtigen Weltenbau alles andere von selbst kommt, ist vielleicht das der richtige Weg. Oder du probierst einfach verschiedene Vorgehensweisen aus.
Welcher Schreibtyp bist du?
Titelbild: Quilia auf Unsplash

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