Die Urlaubssaison ist in Deutschland noch immer in vollem Gange. Egal ob Fernreise oder Ferien im eigenen Land – für viele gehört auch heute im digitalen Zeitalter ein gedruckter Reiseführer in den Koffer. Das Angebot an Reisetipps ist dabei unendlich: Wanderführer, Städteguides, Länderüberblicke, … für alle Bedürfnisse gibt es das richtige Buch. Doch wie schreibt man einen Reiseführer und was sorgt dafür, dass so ein Buch gelingt?
In diesem Beitrag gebe ich dir 10 Tipps, die dir beim Schreiben deines Reiseführers helfen.
- 10 Tipps für einen gelungenen Reiseführer
- 1 Kenne deine Zielgruppe
- 2 Auch ein Reiseführer braucht Struktur
- 3 Details machen den Text lebendig
- 4 Persönlich, aber nicht subjektiv
- 5 Immer am Puls der Zeit
- 6 Reisen mit Respekt
- 7 Reiseführer brauchen Kontext
- 8 Praktische Infos machen das Leben leichter
- 9 Richtige Quellen sind wichtig
- 10 Die Mischung macht’s: das richtige Text-Bild-Verhältnis
- Fazit
10 Tipps für einen gelungenen Reiseführer
1 Kenne deine Zielgruppe
In einem Punkt sind sich Bücher aller Branchen, Genres und Formen einig: Bevor du loslegst, solltest du deine Zielgruppe kennen. Für wen schreibst du hier eigentlich? Es ist ein großer Unterschied, ob du deinen Reiseführer für ein junges Publikum mit Begeisterung für Rucksacktourismus schreibst, Rentner, die am liebsten Kreuzfahrten machen, oder gar Reisende mit Familie. Die Entscheidung, für wen du schreibst, beeinflusst nicht nur den Ton, den du in deinem Reiseführer anschlagen solltest, sondern auch die Inhalte. Denn während eine schwierige Gebirgswanderung für junge Paare womöglich attraktiv ist, eignet sie sich für Kleinkinder nicht.
2 Auch ein Reiseführer braucht Struktur
Zu Beginn solltest du dir außerdem überlegen, wie du deinen Reiseführer strukturieren möchtest. Wenn du schon einen Verlag hast, für den du schreibst, bekommst du vermutlich Vorgaben oder Vorlagen, die dir dabei helfen. Hast du das nicht, ist Eigeninitiative gefragt. Mache dir Gedanken darüber, was du alles unterbringen möchtest. Schreibst du über ein ganzes Land, einen Landstrich oder eine Stadt? Je nach Inhalt unterscheidet sich auch, wie du den Reiseführer gestaltest. Denke in jedem Fall daran, praktische Tipps einzuplanen.
3 Details machen den Text lebendig
Ein Reiseführer soll dafür sorgen, dass die Leser*innen Lust auf neue Orte bekommen. Sind deine Beschreibungen zu generell, können sie schnell langweilig werden. Versuche also, lebhaft zu formulieren und die Reiselust deines Publikums so zu wecken. Ein Beispiel gefällig?
Die Stadt liegt an einem schönen See.
Der See bietet eine traumhaft schöne Kulisse und lädt mit einer Vielzahl an Aktivitäten zum Verweilen ein. Bootstouren gibt es ab 10 € pro Person. Wenn dir der Sinn nach Kultur steht, kannst du das See-Museum besuchen.
Welcher Text spricht dich mehr an?
4 Persönlich, aber nicht subjektiv
Während du persönliche Eindrücke und Empfehlungen unterbringen kannst, weil es den Text auflockert, solltest du möglichst nicht zu subjektiv werden. Deine Leser*innen sind aufgrund der gelieferten Informationen selbst in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Anstatt also zu sagen: „Das Museum ist langweilig“, könntest du sagen: „In dem Museum gibt es 300 Exponate, die ausschließlich auf Englisch beschrieben sind.“
Hier liegt auch einer der wesentlichen Unterschiede zum Reisebericht: Dort darf es subjektiv werden, weil persönliche Erfahrungen im Zentrum stehen und es nicht nur um den Informationsgehalt geht.
5 Immer am Puls der Zeit
Das A und O ist es, aktuell zu bleiben. Insbesondere Reiseführer behandeln einen sehr schnelllebigen Bereich: Öffnungszeiten verändern sich, Sehenswürdigkeiten werden neu gebaut, sind temporär geschlossen oder die Routen verändern sich. Es ist unerlässlich, dass du beim Schreiben bereits alle Fakten prüfst und zusiehst, auf dem neusten Stand zu sein. So ersparst du deinen Leser*innen viel Frust am Urlaubsort (auch wenn es nie eine Garantie ist, dass sich in der Zeit zwischen Druck und Urlaub nicht doch noch etwas geändert haben könnte – das zählt zu den Risiken, wenn man Reiseführer schreibt).
6 Reisen mit Respekt
Oft führen uns Reisen in Regionen, deren Kultur sich von unserer eigenen unterscheidet. Wichtig ist es, dieser Kultur mit Respekt zu begegnen. Wenn du mit offenen Augen und einem Bewusstsein dafür an das Thema gehst, ersparst du auch deinem Publikum unangenehme oder gar peinliche Situationen. Hierbei kann es um ganz unterschiedliche Dinge gehen wie beispielsweise die Trinkgeldkultur im Restaurant (Trinkgeld geben oder nicht? Wie viel ist üblich?) oder um die Frage, welche Bekleidung in Kirchen oder Tempeln angemessen ist (z. B. Schultern bedecken). Je nach Region sind die Unterschiede mal größer, mal weniger groß, aber du solltest das Thema unbedingt im Kopf behalten.
7 Reiseführer brauchen Kontext
Ein Reiseführer sollte seinen Lesenden immer den Kontext zu seinen Inhalten mit auf den Weg geben. Warum ist dieses Gebäude bedeutsam? Welche Ereignisse haben eine Stadt oder eine Region geprägt? Welche Traditionen spielen hier eine Rolle? Wer einen Reiseführer kauft, möchte nicht nur wissen, wohin es auf der Reise gehen soll, sondern warum ein bestimmter Ort sehenswert ist.
8 Praktische Infos machen das Leben leichter
Reiseführer dienen unterwegs auch als Nachschlagewerke. Auch in Zeiten von Navigationsapps auf dem Smartphone ist es wichtig, dass du praktische Infos aufführst, damit die Reisenden schnell finden, was sie suchen. Das können Adressen zur Botschaft, Sehenswürdigkeiten oder dem nächsten Autoverleih sein, aber auch Öffnungszeiten und kurze Übersichten zu Währungen oder dem öffentlichen Nahverkehr.
9 Richtige Quellen sind wichtig
Wie bei anderen Büchern auch gilt: Prüfe deine Quellen! Es geht nicht nur darum, veraltete Angaben zu vermeiden. Wichtig ist, dass deine Quellen seriös sind und keine falschen Tatsachen widergeben. Nutze also am besten offizielle Quellen wie auswärtige Ämter, die Websites der Sehenswürdigkeiten oder der örtlichen Tourismusverbände. Gibt deine Quellen auch immer an, dann können interessierte Leser*innen sich weitere Informationen einholen und außerdem schafft das auch Vertrauen.
10 Die Mischung macht’s: das richtige Text-Bild-Verhältnis
Zum Abschluss folgt noch ein Tipp für die optische Gestaltung deines Reiseführers. Ein Reiseführer lebt von Bildern und soll möglichst ansprechend aussehen. Behalte aber im Hinterkopf, dass du keinen Bildband gestaltest. Das Verhältnis zwischen Bildern und Text sollte ausgewogen sein und harmonieren. Wie das im Detail aussieht, kommt auf die Struktur und die Zielgruppe an. Wichtig ist aber, dass der Informationsgehalt nicht von einer Bilderwand erschlagen werden sollte – und umgekehrt.
Fazit
Mit diesen Tipps gelingt es dir, deinen Reiseführer zielgruppengerecht, lebhaft und mit korrekten Informationen zu erstellen. Achte insbesondere auf die Korrektheit der Fakten, die Zielgruppenansprache und den Respekt vor den Kulturen deines Reiselandes, denn diese Aspekte machen deinen Reiseführer nicht nur glaubwürdig, sondern auch noch lebhaft und ansprechend.
Wenn du gerade einen Reiseführer schreibst und Unterstützung brauchst, freue ich mich auf deine Nachricht!
Titelbild: Febe Vanermen auf Unsplash

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